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Mit Leidenschaft kochen. Ein Gespräch mit Deutschlands bester Hobbyköchin

Pünktlich zu den ersten warmen Tagen ist die Sommerausgabe des SanLucar Magazins da! Im Interview haben wir diesmal mit Katrin Bunner gesprochen. Sie ist Deutschlands beste Hobbyköchin. Den Titel erkochte sich die Diplom-Ingenieurin aus Speyer im heiß umkämpften Finale des Feinschmecker Hobbykoch-Wettbewerbs 2012. Ihr gebratener Heilbutt auf Risotto mit Königskrabben und Krustentierschaum mundete der Jury um Sternekoch Johann Lafer am besten von allen Kreationen.

Was ist es für ein Gefühl Deutschlands beste Hobbyköchin zu sein?

Es war ein unbeschreiblich ergreifendes Gefühl, als verkündet wurde, dass ich den Wettbewerb gewonnen hatte. Mir schossen die Freudentränen in die Augen, da konnte ich nicht gegensteuern. Es war überhaupt nicht zu erwarten, denn alle Finalteilnehmer konnten super kochen. Andererseits  fühlte mich an meine Teenagerzeiten als Leichtathletin erinnert: man überquert nach einem Langstreckenlauf als Erste die Ziellinie – das ist Adrenalin pur!

Wieso haben Sie beim Hobbykoch-Wettbewerb teilgenommen?

Kochen ist schon lange meine Leidenschaft. Als ich im  Feinschmecker darüber las, entschied ich mich, ermutigt durch meine Familie,  zur Teilnahme. Ich wollte einfach mal schauen, wie weit ich komme, und was andere Hobbyköche so leisten.

Wie haben Sie das Finale bei Johann Lafer erlebt?

Das Finale auf der Stromburg war für mich schon ein Hauptgewinn. Organisation sowie Programm des Finalwochenendes waren perfekt. Johann Lafer und seine Frau Sylvia sind phantastische Gastgeber. Man spürte im ganzen Haus, dass hier der Gast im Mittelpunkt steht. Im Wettbewerb zeigte sich Johann Lafer als ein ausgesprochen hilfsbereiter, fairer, und beruhigender Pol. Ich unterstelle mal, dass die anderen Finalisten das ebenso empfunden haben. Ich selbst war ob der immensen Medienpräsenz von Johann Lafer anfänglich eher skeptisch. So war es für mich eine positive Überraschung: Herr Lafer entpuppte sich als feiner Mensch.

Wie oft kochen Sie pro Woche?

Ich koche, so oft ich Zeit dazu habe. Da ich beruflich viel unterwegs bin, klappt das nicht täglich, aber mehrfach die Woche und am Wochenende immer. Da darf es dann auch bisschen aufwändiger sein. Schnippeln und Brutzeln sind für mich Entspannung, auch nach einem langen Arbeitstag. Der anschließende Genuss belohnt ein weiteres Mal. Gelegentlich tragen wir unseren Verdienst aber  auch sehr gern in gute Gastronomie. Da gibt es oft viel Neues zu entdecken. Am liebsten koche ich für meine Liebsten, das sind Freunde und Familie. Aber auch nette Kollegen und gute Geschäftspartner sind gern gesehene Gäste

Wer ist ihr größter Kritiker?

Ganz klar-mein Mann Rudolf. Er findet, insbesondere wenn ich wieder mal experimentiere, meist noch Verbesserungspotential. Z.B.: „Ein Hauch weniger Ingwer an den Karotten hätte es auch getan“ oder  „Das Curry hätte etwas mehr  Schärfe gut vertragen können“.

Worauf kommt es beim Kochen am meisten an?

Schwierige  Frage, aber ich meine, es kommt darauf an, dass es hinterher schmeckt, und zudem darf es auch gern dem Körper gut tun. Viele Wege führen da zum Ziel. Hauptsache, man macht das, was man einigermaßen beherrscht und stirbt nicht in Schönheit.

Worauf achten Sie bei der Auswahl frischer Zutaten?

Ich achte auf Herkunft, biologischen Anbau, auf Regionalität und Saisonalität. Zum Beispiel sind Erdbeeren zu Weihnachten für mich tabu. Ich habe das Glück, in der Pfalz zu wohnen, dem deutschen Eldorado für frisches Obst und Gemüse. Daher beziehe ich meine Zutaten meist vom Wochenmarkt oder direkt vom Bauern. Für Produkte, die bei uns nicht wachsen, bin ich beim Obst-und Gemüsehändler oder im gut sortierten Supermarkt bestens beraten.

Haben Sie eine Lieblingsfrucht?

Neben den heimischen Obstsorten Erdbeere, Kirsche und Birne ist die Tomate die Frucht meiner Wahl. Ihre Vielfältigkeit ist unübertroffen, ob süß oder herzhaft, ob als Salat, Suppe, Soße oder Gemüse – die Tomate kommt immer prima daher.

Mit welchen Gerichten kann man Ihnen eine Freude machen?

Oh, derer gibt es viele. Es darf ganz, ganz einfach sein: mit erzgebirgischem Buttermilchgetz´n, einer besonderen Art Auflauf aus geriebenen rohen Kartoffeln, Buttermilch, Leinöl und Speck, wie ihn meine Mutter macht. Aber ich mag es auch gern etwas feiner, z.B. mit Gänseleberpastete und Zwiebelconfit. Ein gutes durchwachsenes Rindersteak sowie knackige Gemüsepfannen und Obstsalat – aber  ganz fein geschnitten! – gehen immer.

An welches Rezept haben Sie sich noch nicht getraut?

Eisbein. Aber das ist keine Frage des Trauens, sondern der fehlenden Begeisterung. Ich kenne beim Kochen keine Hemmungen und probiere und teste eigentlich alles, was mit meiner Kochausrüstung möglich ist. Da gibt es keine Tabus. Aktuell liebäugele ich mit der Anschaffung eines Sous-Vide Equipments, um mich im Vakuumgaren zu versuchen.

Was würden Sie einem ambitionierten Hobbykoch raten?

Tja, was rät ein Hobbykoch einem Hobbykoch ohne klug schwätzen zu wollen? Habt einfach Spaß am Kochen und probiert euch aus. That`s it.

Vielen Dank für das Gespräch!

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