SanLucar erweitert die Produktionsbasis

SanLucar erweitert die Produktionsbasis

Januar 2016

www.lebensmittelzeitung.net

 

michael_brinkmann

 

Sukzessive arbeitet der Fruchtspezialist Sanlucar am Ausbau einer maßgeschneiderten Produktionsbasis. Investitionen in Südafrika, Ecuador und Tunesien standen dabei in den letzten Jahren im Vordergrund. Nun soll Deutschland folgen, das kündigt Geschäftsführer Michael Brinkmann im Gespräch mit dieser Zeitung an.

»Wir wollen etwas anbieten, das andere nicht haben.« Für Michael Brinkmann, der seit gut drei Jahren in der Geschäftsleitung auch für die Eigen-Produktion in verschiedenen Ländern verantwortlich zeichnet, ist die Grundlage, um Besonderes zu bieten, der Anbau unter eigener Ägide. Ein Großteil der Investitionen flössen daher in die Plantagen, die Früchte für Sanlucar anbauten, erklärt der Manager.

Die Produktpalette ist breit. Sie reicht über Zitrus, Bananen, Kernfrüchte und Beeren bis zu verschiedenen Gemüsesorten, zuvorderst Tomaten. Spanien sei immer noch das wichtigste Anbauland für Sanlucar, sagt Brinkmann. In Valencia hat die Firma, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 350 Mio. Euro erzielte, ihren Unternehmenssitz. Allerdings hätten Provenienzen wie Tunesien Ecuador und Südafrika in den vergangenen Jahren merklich aufgeholt und an Bedeutung gewonnen. »Wir bauen in Tunesien in erster Linie Tomaten und Himbeeren an. In Ecuador haben wir eine eigene Bananen-Plantage in der Nähe von Guayaquil und nutzen außerdem die angrenzenden Farmen, die exklusiv für uns produzieren.« Groß investiert werde derzeit beispielsweise in die Produktion spanischer Aprikosen, Clementinen, Orangen und Trauben aber auch den Anbau von Kernobst in Südafrika.

 

Das Unternehmen mit spanischen Wurzeln, das noch immer im alleinigen Besitz des Gründers Stephan Rötzer ist, arbeite teils mit eigenen Farmen, teils aber mit sogenannten »Meisteranbauern«, die sich nach Vorgaben von Sanlucar richten und auch das Saatgut verwenden, für das der Fruchtvermarkter die Sortenrechte besitze, erläutert Brinkmann die Strategie. Im Gegenzug sei die komplette Abnahme der Ernte vereinbart. Als Paradebeispiel im Eigenbesitz nennt der Manager eine Pflanzung in Südafrika, die sich über eine Fläche von über 500 ha erstrecke. Dort würden Zitrus-Früchte für Sanlucar produziert. In dieser Größenordnung sei das allerdings die Ausnahme. »Wir bewegen uns im Premiumsegment und wollen ein hochwertiges Sanlucar-Produkt. Teilweise ist das nur möglich, wenn uns das Land gehört.« Unverzichtbarsei aber der direkte Kontakt zum Landwirt. Erzeugergemeinschaften mit angeschlossener Vermarktungsorganisation kämen daher als Partner eher nicht in Frage.

Deutschland im Fokus

Das soll auch in Deutschland, nach wie vor mit Abstand gemeinsam mit Österreich das wichtigste Absatzland für Sanlucar, nicht anders sein. »Wir vermarkten natürlich deutsche Produkte unserer langjährigen »Meisteranbauer«, haben zurzeit aber noch keine Eigen-Produktion hier. Das werden wir bald ändern«, verspricht der CEO. Konkreter will er jetzt aber noch nicht werden.

Spricht er über die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres (Stichtag: 30. Juni) ist Brinkmann optimistisch für das Gesamtjahr: »Wir haben deutlich größere Mengen bei Zitrus, aber auch bei Trauben, Tomaten und Steinobst verbucht.« Auch für die spanische Erdbeersaison, die jetzt begonnen hat, sieht der Manager gute Perspektiven.

Nun stelle das Unternehmen auch seinen vierten »Bericht zur Unternehmensverantwortung« vor. Über 7 Mio. Euro habe die Firma in den letzten zwei Jahren in Sozial- und Umweltprojekte gesteckt, heißt es da. Eine Photovoltaikanlage für den Geschäftssitz in Österreich und ein Bewässerungssystem in Tunesien werden beispielhaft genannt.