Vitaminjagd: Wie decke ich meinen Vitamin-C-Bedarf?

Vitaminjagd: Wie decke ich meinen Vitamin-C-Bedarf?

»Bring Vitamin C und ein gutes Immunsystem mit« antwortet eine Freundin als ich sie frage was ich zum Treffen am Wochenende beisteuern kann. Und obwohl ein Augenzwinkern in dem Satz mitschwingt, ist es auch irgendwie ernst gemeint. Die ersten Wintergrippen in Familie und Freundeskreis sind zwar überstanden aber die Erkältungssaison hat noch immer Hochkonjunktur. Grund genug einmal nachzuforschen auf welche Weise man die eigenen Abwehrkräfte mit viel Zitrus-Vitamin-C unterstützen kann.

Zitrusfrüchte sind für mich Alltagsbegleiter und in der kalten Jahreszeit meine liebsten Vitaminlieferanten. Spezielle Vorlieben habe ich dabei eigentlich nicht. Frischgepressten Saft zum Frühstück, eine halbe Grapefruit auslöffeln oder Orangenmarmelade auf einem Stück Hefezopf.

Auch Clementinen mag ich. Häufig streichen meine Fingerkuppen schon kurz nach der Kasse über die glänzende Schale. Quasi als direkte Belohnung für den Einkauf. Wo die Frucht am Baum hing, taucht der Finger in die Schale und zieht sie langsam ab um das Fruchtfleisch freizulegen. Filet für Filet wandert zum Mund bis das letzte Fruchtstück genüsslich verspeist ist. Einzig das herzhafte Reinbeißen in Zitronen überlasse ich lieber Tequila-Trinkern. In Kekse verbacken oder einer Heißen Zitrone finde ich die Früchte wiederum gar nicht verkehrt.

Egal welche Sorte oder Essensvariante man wählt, nicht nur die Geschmacksnerven freuen sich. Auch mein Immunsystem ist dankbar. Vitamin C gehört zu den wichtigsten Nährstoffen für den menschlichen Körper. Es soll die Abwehrkräfte stärken und kann die Dauer und Stärke von Erkältungen verkürzen. Ein Blick auf die Seite der Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt mir, dass Erwachsene täglich 0,1 Gramm Vitamin C einnehmen sollen. Für Zitrusfans bestimmt kein Problem, oder? Wie viel Saft muss ich dafür eigentlich trinken? Wie viel Früchte essen? Oder reicht schon Orangenmarmelade naschen? Ich habe mich einmal schlau gemacht und verschiedene Zitrusgenüsse auf ihren Vitamin-C-Gehalt abgeklopft.

Heiße Zitrone

Ich mag die heiße Zitrone gemäßigt sauer und gebe drei Esslöffel Saft in eine Tasse. In Zitronensaft stecken pro 100 Milliliter rund 0,05 Gramm. Das bedeutet, dass man mit 200 Milliliter Saft den Tagesbedarf deckt. Mit vier Tassen über den Tag erreiche ich also die angepeilte Vitamindosis. Um nicht nur oberflächlich Erkältungssymptome zu lindern, sondern auch den Vitamin-C-Bedarf zu decken, ist es wichtig, dass das Wasser nicht mehr kocht wenn es mit dem Zitronensaft vermischt wird. Es sollte nur noch 60 Grad haben, damit die Vitamine nicht zerstört werden.

Orangensaft

Ein frischgepresster O-Saft zum Morgen vertreibt Kummer und Sorgen? Zumindest über Vitamin-C-Mangel muss ich mir bei einem täglichen Glas keinen Kopf mehr machen. Rund 0,49 Gramm Vitamin C hat ein Liter Saft. Schon fünf große Schlücke liefern also den Tagesbedarf.

Frühstücks-Grapefruit
Auch die Grapefruit ist ein beliebter Frühstücks-Vitamin-C-Lieferant. Rund 0,04 Gramm Vitamin C stecken in 100 Gramm der Frucht. Wer sich für den süßsäuerlichen Geschmack in den frühen Morgenstunden noch nicht begeistern kann, streut einfach ein wenig Zucker über die Frucht. Denn Grapefruit essen lohnt sich! Mit dem Auslöffeln einer großen halben Frucht deckt man rund 75 Prozent des Tagesbedarfs ab.

Orangenmarmelade

Orangen sind nicht nur pur lecker, sie eignen sich auch zur Zubereitung einer fruchtigen Marmelade. Leider geht hier die eins zu eins Rechnung mit dem Vitamingehalt der Frucht nicht auf. Je nach Kochdauer und Hitze betragen die Vitaminverluste bis zu 100 Prozent. Bleibt die Möglichkeit das Vitamin C in Orangenmarmelade als Ausrede für extra viel Hefekranzstullen mit süßem Aufstrich zu nutzen oder doch noch zur Clementine greifen.

Clementinen

Mit ihrer handlichen Größe und der leichtschälbaren Schale ist die Clementine ein super Obst für zwischendurch. Dank 0,048 Gramm Vitamin C pro 100 Gramm ist man mit ihr auch auf der richtigen Spur Richtung Tagesbedarf. Zwei mittelgroße oder drei kleinere Früchten reichen aus.

Das Gute ist, dass man so viel Vitamin C zu sich nehmen kann, wie man will. Was der Körper nicht braucht, scheidet er wieder aus. Statt reinem Vitamin-C habe ich meiner Freundin das neugewonnene Wissen mitgebracht – und einen Jutesack mit SanLucar Clementinen. Immerhin blieb ich bisher verschont von Winterkränkeleien. Sie zahlt sich also aus, die Vitaminjagd.